Verstoß gegen Cookie-Richtlinie: 135 Millionen Euro Strafe

12. Januar 2021

Recht

Frankreich bittet Google und Amazon zur Kasse

Das Cookie-Thema nervt sowohl Websitebetreiber als auch die Nutzer, ohne Frage. Dennoch sollte die Umsetzung der Cookie-Richtlinie ernstgenommen werden, wie es ein aktueller Fall aus Frankreich zeigt. Dort nämlich wurden Amazon und Google wegen eines Cookie-Verstoßes mit einer Strafe von insgesamt 135 Millionen Euro ordentlich zur Kasse gebeten.

Unzureichende und fehlerhafte Cookie-Banner

Angaben zu Zweck und Ablehnung fehlten

Zwischen Dezember 2019 und Mai 2020 beobachteten die französischen Datenschützer der »Commission Nationale de l’Informatique et des Libertés« (CNIL) die Verarbeitung von Cookies bei Amazon.fr und Google.fr genauer und stellten gleich mehrere Verstöße fest. So poppten beim Besuch der Seiten zwar Cookie-Banner auf, doch wurden zu diesem Zeitpunkt bereits Cookies auf den Rechnern der Besucher abgelegt. Zudem enthielten die Cookie-Banner beider Unternehmen unzureichende Informationen zur Zweckmäßigkeit der Cookies und der Hinweis zur Ablehnung solcher Dateien fehlte komplett. Da die Datenschützer weitere, verschieden schwere Vergehen bei den Unternehmen feststellten, fielen die Strafen unterschiedlich hoch aus.

Google ignorierte die Cookie-Einstellungen der Nutzer einfach

100 Millionen Euro Strafe waren fällig

Bei einem Aufruf der französischen Google-Seite wurde ungefragt ein Cookie platziert, das selbst nach aktiver Abschaltung der Anzeigenpersonalisierung gespeichert blieb und munter das Nutzungsverhalten der Besucher aufzeichnete. Da sowohl Haupt- als auch Tochterunternehmen den Umgang mit Cookies planen, verdonnerte die CNIL sowohl die Google LLC in den USA zu einer Strafe von 60 Millionen Euro als auch den europäischen Ableger Google Ireland Limited zu 40 Millionen Euro.

Fehlender Cookie-Banner bei Zugriff über Anzeigen

Amazon muss »nur« 35 Millionen Euro zahlen

Landeten Besucher über eine Anzeige auf der französischen Amazon-Seite, spielte das Unternehmen überhaupt kein Cookie-Banner aus, speicherte dieselben Tracking-Cookies aber trotzdem. Dieses zusätzliche Vergehen von Amazon.fr bewerteten die Datenschützer etwas milder und verdonnerten den E-Commerce-Riesen zu vergleichsweise günstigen 35 Millionen Euro. Beide Unternehmen haben bereits nachgebessert, nach Ansicht der CNIL allerdings noch nicht in ausreichendem Maß. Sollte die Umsetzung der geforderten Auflagen nicht innerhalb der dreimonatigen Frist umgesetzt, werden im Anschluss € 100.000 Strafzahlungen fällig, und zwar täglich.

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