Das Ende des freien Internets?

21. Januar 2015

News

World Wide Web sei ohnehin „kaputt und antisozial“

Beleidigungen, Diffamierungen bis hin zum ausgereiften „Shitstorm“: Schon im kleinen Ausmaß lassen sich sozial zweifelhafte Tendenzen im Internet zunehmend ausmachen. Doch auch im großen Stil reflektiere das World Wide Web die reale Gesellschaft und sei entsprechend „kaputt und antisozial“, bemängelte der britische Unternehmer, Autor und Internet-Kritiker Andrew Keen auf der letzten DLD-Konferenz (Digital Life Design, internationale Konferenz und Innovationsplattform der Hubert Burda Media).

Keen vermisst soziale Verantwortung der Internet-Milliardäre

In einer schlechten Welt, kann das Internet als digitaler Spiegel nicht besser sein. Aber genau diesen Zustand kritisiert Keen und nimmt eben jene in die moralische Pflicht, die den Reichtum in Massen aus dem Netz abschöpfen und nun auch soziale Verantwortung übernehmen müssten, um die Lebensbedingungen der durch das Internet benachteiligten sozialen Gruppen zu verbessern. Doch um hierbei erst einmal über den Ansatz hinauskommen zu können, sei endlich eine Regulierung von Monopolen wir Google oder Facebook notwendig.

Freies Internet am Ende

Mikko Hypponen, finnischer IT-Security-Experte und Kolumnist, rollte die Internetkritik aus einer anderen Richtung auf und stellte den Umgang mit den Daten an den Pranger. Zu Beginn der digitalen Ära, sei das Internet frei und offen gewesen. Doch heute ginge es nur noch um Datenauswertungen, Bespitzelungen und die totale Auflösung der Privatsphäre. Die Frage des Finnen, ob man solch einen Zustand wirklich den nachfolgenden Generationen überlassen will, stellt sich nicht zu Unrecht. Doch nur weil bestimmte Dienste angeboten werden, muss man sie noch lange nicht nutzen und so kann sich jeder die Frage selbst beantworten, ob einem die digitale Bequemlichkeit nun wichtiger ist oder die eigene Privatsphäre.